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Hunde

Allgemeines

Hunde sind Fleischfresser und Rudeltiere. Sie gehören zu den allerersten Tieren, die vom Menschen domestiziert wurden. Dementsprechend haben die meisten heutigen Hunde einen hohen Zuchtgrad mit entsprechenden rasse- und linienabhängigen Nachteilen. Bekanntestes Beispiel dafür dürfte die HD, die sogenannte Hüft-Dysplasie, welche mittlere bis grosse Rassen betrifft, sein. Auch die ED (Ellbogen-Dysplasie) bekommt zunehmend Bedeutung. Es ist aufgrund dieser und anderer erblichen Mängel wichtig, dass die Züchtung der einzelnen Rassen mit Sorgfalt und Konsequenz durchgeführt werden.

Hunde brauchen auch in der Einzelhaltung regelmässig Kontakt und Umgang mit Artgenossen. Huskies und andere Robusthunderassen sollten nicht einzeln gehalten werden. Hunde lernen und spielen gerne. Hundekurse und Hundesport sind deshalb willkommene Abwechslung für jeden Hund. Dabei sollte natürlich alles mit Mass geschehen.

Impfungen

Es gibt mehrere Virusinfektionen und wenige bakterielle Infektionen, die bei Hunden prophylaktisch geimpft werden können.

Kombinierte Staupe-Impfung: Die bei uns wichtigste Impfung schützt unsere Hunde gegen Staupe, Parvovirose, Zwingerhusten, Stuttgarter Hundeseuche und Hepatitis Contagiosa Canis (HCC). Obwohl diese Krankheiten vor allem Junghunde betreffen, sollten die Hunde jährlich geimpft werden, da erwachsene Hunde Virusträger bzw. -ausscheider ohne Krankheitssymptome sein können und damit die Junhunde infizieren können.

Tollwut: Seit Frühjahr 1999 gilt die Schweiz als von Tollwutfrei. Geimpft werden muss nur bei Grenzübertritt. Dabei muss die Impfung mindestens 30 Tage vor Grenzübertritt oder innerhalb von einem Jahr erfolgt sein.
Beachten Sie bei Reisen ins Ausland die Anforderungen des Ziellandes, Infobroschüren sind in der Praxis erhältlich.

Borreliose: Die Borreliose ist eine bakterielle Infektion. Die spiralförmigen Bakterien werden von den bei uns heimischen Zecken (Holzbock) übertragen. Die Krankheit ist beim Menschen seit längerer Zeit als Lyme-Disease bekannt. Die genaue Bedeutung der Bakterien für den Hund ist noch nicht völlig geklärt und umstritten, die Impfung ist in der Schweiz seit Herbst 2000 möglich.
Da wir im Frühjahr 2001 selbst einen Hund mit Borreliose von seiner schweren Erkrankung erlösen mussten, empfehlen wir diese Impfung allen Hunden, die häufig Zecken haben.

Piroplasmose: Diese Impfung empfehlen wir, wenn Sie mit Ihrem Hund häufig oder für längere Zeit die Mittelmeerländer bereisen. Piroplasmose ist der Überbegriff für mehrere Erreger, welche die roten Blutkörperchen befallen. Es handelt sich um Einzeller-Parasiten, welche durch bei uns (noch) nicht heimischen Zeckenarten übertragen werden.
Halten Sie sich kurzzeitig im Süden auf und möchten Sie auf die teure Impfung verzichten (ca. Fr. 130.- pro Impfung, im 1. Jahr zweifache Grundimmunisierung), dann sollten Sie wenigstens einen optimalen Zeckenschutz gewährleisten (siehe weiter unten).
Aufgrund des intensiven Tourismus breitet sich die Piroplasmose gegen Norden aus, in der Westschweiz ist bereits damit zu rechnen.

Coronavirus: Die Impfung gegen diesen Darm-Virus ist möglich, wird von uns jedoch nicht routinemässig geimpft, da klinische Durchfälle durch Coronavirus bei uns selten sind.

Entwurmung

Durch das enge Beisammensein unserer Hunde ist es ratsam, sie regelmässig zu entwurmen. Bei Junghunden und säugenden Hündinnen sollten vor allem Spulwürmer bekämpft werden. Bei allen anderen ist die Entwurmung gegen Bandwürmer die wichtigste. Wir empfehlen, die Hund im Frühjahr und im Herbst zu entwurmen. Junghunde werden in den ersten 3 Monaten alle 3 Wochen, danach alle 3 Monate entwurmt.

Zecken / Flöhe und andere Hautparasiten

Zecken können bei uns Frühsommermeningitis (FSME, Virale Erkrankung), Borreliose (Bakterielle Erkrankung) und Ehrlichiose (Blutparasiten) übertragen. Piroplasmose wird von Zecken in südlichen Gebieten verbreitet.

FSME macht Hirnhautentzündung mit neurologischen Symptomen: Schwindel, unkoordinierter Gang. Borreliose kann verschiedene Formen annehmen (Gelenkform, Gehirnform, Organform). Die Ehrlichiose, welche bei Kühen häufiger vorkommt, macht hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Die Erholungszeit kann mehrere Wochen betragen. Piroplasmose schliesslich führt zur chronischen Anämie (Blutarmut) und damit zu Apathie, Schwäche und Gewichtsverlust.

Zeckenprophylaxe ist daher wichtig. Es gibt Mittel zum Auftragen oder Zeckenhalsbänder. Nicht alle Mittel sind für jeden Hund verträglich, kein Mittel wirkt gegen alle Zecken. Die Anzahl reduziert sich in der Regel jedoch merklich. Das tägliche korrekte "Ablesen" der Zecken ist wichtig und geht am besten mit einer Zeckenpinzette. Hängengebliebene Zeckenköpfe- und beine müssen vom Tierarzt herausgeschnitten werden.

Flöhe sind bei Hunden häufig. Ihre Bekämpfung ist bei mittlerem Befall relativ einfach. Die Mittel müssen aber regelmässig gewechselt werden, um Resistenzen zu vermeiden. Hochgradiger Befall kann mitunter ein Problem darstellen. Als Maximalvariante kann ein "Foamer" eingesetzt werden, der die ganze Wohnung einnebelt.

Läuse und Haarlinge sind beim Hund sehr selten. Räudemilben kommen ab und zu vor, betreffen vor allem Junge und abwehrschwache Hunde (Alter, andere Krankheiten).

Hautpilze kommen relativ häufig vor. Bis der Befall sichtbar wird können mehrere Wochen vergehen. Deshalb ist eine Ganzkörperbehandlung mit Pilzschampoos angezeigt. Zudem müssen Decken, Leinen, Halsbänder und sonstiges Zubehör mitbehandelt werden. Reglemässige Entwurmung und eine gute Versorgung mit Vitaminen begünstigt die Abheilung.

Fütterung

Der Futtermittelmarkt hat ein riesiges Marktpotential. Entsprechend gibt es viele verschiedene Futtermarken. Die meisten Produkte kommen aus Holland und den USA. Da die Konkurrenz gross ist, sind die Firmen gezwungen intensiv Forschung zu betreiben und wirklich optimale Futtermittel herzustellen. Man kann beim sogenannten Premiumfutter, das nur beim Tierarzt oder in der Tierfachhandlung erhältlich ist, davon ausgehen, dass dieses Futter den gesamten Bedarf decken, es braucht also keine Zusätze mehr. Ausserdem hat man beim Premiumfutter eine gewisse Garantie, dass die Rohstoffe beste Qualität aufweisen und aus kontrollierter Produktion stammen.

Erste Hilfe

Verletzungen sind immer gut zu reinigen und sauber zu halten. Frische, die Haut perforierende Wunden sollten chirurgisch versorgt werden. Bisswunden von Artgenossen sind gefährlich, weil die übertragenen Bakterien akklimatisiert sind und deshalb optimale Bedingungen zur Vermehrung vorfinden. Antibiotika sind daher oft empfehlenswert.

Vergiftungen zeigen sich häufig durch unkoordinierten Gang, Speicheln, Krämpfe, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Da die meisten Gifte ähnliche Symptome machen, ist es wichtig, verdächtiges Material sicherzustellen und mitzubringen.

Bauchschmerzen, insbesondere bei gleichzeitiger Umfangsvermehrung sind in jedem Fall ein Notfall. Mittelgrosse und grosse Rassen können eine Magendrehung haben. Öfters findet man auch Fremdkörper oder ein Problem der Darmschlingen.

Durchfall bei guter Fresslust (85% der Fälle) ist meist vorübergehender Natur. Entwurmung und Verabreichung von Laktobazillen reichen häufig. Insbesondere Junghunde haben öfters diätbedingten Durchfall.
Wenn der Hund zusätzlich abgeschlagen ist und das Futter verweigert, liegt eine Infektion vor und es muss - vor allem bei wässrigem Durchfall - schnell gehandelt werden, da die Tiere austrocknen