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Pferde

Allgemeines

Pferde sind Herden- und Fluchttiere. Dementsprechend sensibel reagieren sie auf ihre Umwelt. Ihre Feinfühligkeit, Reaktionsfähigkeit und Kraft machen sie zu dem, was sie sind: Wertvolle und gleichzeitig schwierige, mitunter sogar gefährliche Partner. Regelmässige Bewegung, gute Pflege und Sicherheit sind die wichtigsten Stützen im Leben eines Pferdes. Eine ausgewogene, der Leistung angepasste Fütterung, ein geschützter Aufenthalt mit Auslauf, Platz zum Wallen sowie Kontakt zu Artgenossen gewährleisten eine gesunde Entwicklung. Als Ergänzung zur klassischen Arbeit kann sich die Bodenarbeit (Longe, Führen) günstig auf die Beziehung Mensch-Pferd auswirken.

Impfungen

In der Schweiz sind für den Pferdesport zwei Impfungen empfehlenswert bzw. für Sportpferde vorgeschrieben. Es sind dies die Pferdeinfluenza (Grippe), und der Tetanus (Starrkrampf). Diese beiden Impfungen werden in der Regel jährlich als Kombinationsspritze wiederholt. Bei Sportpferden muss Wiederholungsimpfung innerhalb von maximal 365 Tagen erfolgen. Fohlen werden erstmals mit 8 Wochen geimpft. Sie müssen nach 4 Wochen und nach 6 Monaten nachgeimpft werden (Grundimmunisierung).

Eine weitere mögliche Impfung ist die Stutenabort-Impfung (Herpesvirus). Diese wird trächtigen ab dem 5. Trächtigkeitsmonat gegeben, falls sie bereits einen Abort erlitten haben.

Entwurmung

Durch das enge Beisammensein unserer Pferde und dem gelegentlichen Wechsel in der Zusammensetzung der Herde ist die Kontamination unserer Weideflächen mit Parasiten bzw. Wurmeiern und -larven gross. Es ist deshalb heute empfehlenswert, die Pferde wenigstens 3 mal im Jahr zu entwurmen. Ausserdem empfiehlt es sich, die Weiden/Koppeln 2 mal wöchentlich von Pferdeäpfeln zu befreien. Folgendes Entwurmungsschema hat sich bewährt:

Frühjahr: Strongid®
Sommer: Telmin® oder Panacur®
Herbst: Equimax® (Magendasseln! und Bandwürmer)

Zecken / Flöhe und andere Hautparasiten

Zecken können bei uns FSME (Frühsommermeningoenzephalitis, virale Erkrankung), Borreliose (Lyme-Disease, bakterielle Erkrankung) und Babesien (Einzeller Blutparasiten) übertragen. Die Durchseuchung bei den Zecken liegt zur Zeit bei etwa bei 20%. Pferde erkranken selten an FSME, am ehesten kommen Borreliose und Babesiose vor. Letztere dürften mit zunehmendem Import von Tieren aus südlichen Ländern eine steigende Tendenz aufweisen. Insgesamt sind die Erkrankungen unserer Pferde durch über Zecken übertragene Erreger jedoch selten.

Zeckenschutzmittel gibt es als biologische und chemische Produkte (meist Sprays), kein Mittel schützt aber hundertprozentig. Tägliches Ablesen (nicht reissen!) ist zu empfehlen.

Flöhe, Läuse, Haarlinge und Milben sind bei Pferden selten zu finden.

Eine Besonderheit stellen die Kribbelmücken dar. Sie schwärmen vor allem in den ersten warmen Tagen im Frühling billionenfach, hauptsächlich in der Dämmerung. Der Speichel der Kribbelmücken wird von Säugetieren schlecht ertragen. Der massive Befall und die Empfindlichkeit mancher Pferde führen zu Vergiftungserscheinungen. Das Sommerekzem der Isländer und anderer Pferde ist vermutlich in erster Linie eine "Hautvergiftung" und keine Allergie. Es empfiehlt sich, die Pferde bei warmem Frühjahrswetter nachts zu weiden und tagsüber aufzustallen. Sprays/Öle haben eher geringe und kurzzeitige Wirkung. Ursächlich kann Sommerekzem mittels Bioresonanz behandelt werden.

Relativ häufig kommen Hautpilze vor. Bis sich Symptome (Haarausfall) bemerkbar machen, können Wochen bis Monate vergehen. Deshalb ist auch bei scheinbar geringem Befall eine Ganzkörperbehandlung mit Pilzschampoos angezeigt. Zudem müssen Sattel, Zaumzeug und sonstiges Zubehör mitbehandelt werden. Eine optimale Fütterung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Seit dem Jahr 2000 verfügen wir über einen Impfstoff gegen Pilze. Vorsicht, Hautpilze sind eine Zoonose: Sie sind auf andere Tierarten und auf den Menschen übertragbar!

TierärztlicheTests

Zum Grenzübertritt wird in der Regel der Coggins-Test verlangt. Dabei weist man im Blut Antikörper gegen die EIA-Erreger nach. EIA = Equine Infektiöse Anämie, eine ansteckende Viruserkrankung, die Blutarmut zur Folge hat. Eine Impfung gegen EIA existiert nicht.

Ähnlich verhält es sich mit dem sog. CEM - Test. Dieser Test ermöglicht das Feststellen der sogenannten Deck- oder Beschälseuche (Contagious Equine Metritis). Deckhengste werden routinemässig untersucht. Zu deckende Stuten kontrolliert man spätestens nach erfolglosem Decken. Auch hier gibt es keine Impfung.

Fütterung

Zur Fütterung der Pferde verweisen wir auf die einschlägige Fachliteratur. Das Buch "Das Einmaleins der Pferdefütterung" von Theresa Hollands ISBN-Nr. 3-440-07320-3 liefert eine gute Übersicht. Wichtig sind eine gute Grundnahrung in Form von Gras und Heu und eine der momentanen Leistung angemessenen Zufütterung von Kraftfutter, Mineralsalzen, Vitaminen und Spurenelementen.

Pflanzenfresser sind auf eine intakte Darmflora angewiesen. Dazu benötigen sie genügend Rohfaser (Stengel), das Grundfutter darf also nicht zu klein gehäckselt werden. Die Darmflora ist ein hochempfindliches Milieu. Fütterumstellungen sollten daher immer langsam über mindestens zwei Wochen erfolgen (Kolik!).

Erste Hilfe

Zu weitergehenden Informationen und praktischen Tipps zu Pferdekrankheiten empfehlen wir die Links auf unserer Homepage.